Die am Fusse des Tannechopf gelegenen Judenweiher sind ein bedeutendes Amphibienlaichgebiet mit bewegter Geschichte. Einst von der Brauerei Feldschlösschen als Eisweiher genutzt, bilden sie heute das Herzstück einer ehrgeizigen Vision: der ökologischen Vernetzung wertvoller Lebensräume von der Hard bis zur Bachaue Ängi.
Geschichte
Die Weiher, deren Name vermutlich auf jüdische Geschäftsleute zurückgeht, dienten ab der Gründung der Brauerei Feldschlösschen (1876) der Eisgewinnung und später dem Eissport. Nach einer wechselvollen Phase der Verlandung wurden sie 1969/70 neu ausgebaggert, um als Realersatz für den durch Gewerbebau aufgehobenen Salmenweiher zu dienen. Die Brauerei Feldschlösschen stellt das Grundstück bis heute grosszügig für den Naturschutz zur Verfügung.
Lebensräume und Arten
Das Gebiet ist ein wichtiger Rückzugsort für diverse Amphibienarten:
Artenvielfalt: Es dient als Laichgewässer für den Berg- und Fadenmolch, die Erdkröte, den Grasfrosch sowie die gefährdete Gelbbauchunke. Die früher heimische Geburtshelferkröte gilt hier aktuell als verschwunden.
Wanderkorridor: Dank spezieller Amphibien-Leitsysteme und Verbindungstunnel unter der Autobahn können die Tiere ihre Winterquartiere im angrenzenden, 16,5 Hektar grossen Waldstück sicher erreichen.
Vernetzung: Die Weiher werden durch das «Wyssbrünnli» und die «Lettgasse» gespeist und sind Teil eines Netzwerks von Laichgewässern im Umkreis von zwei Kilometern.
Zukunft
Zum 100-jährigen Jubiläum des NVR im Jahr 2026 ist eine umfassende Sanierung und Aufwertung geplant. Das Projekt sieht die Instandsetzung der bestehenden Weiher, die Schaffung neuer Pionier-Tümpel sowie die teilweise Ausdolung des Wyssbrünnli-Baches vor. Langfristig verfolgt der NVR die Vision eines durchgehenden Grün-Korridors südlich der Autobahn, der die Gebiete von Kaiseraugst bis zum Magdenerbach ökologisch miteinander verknüpft.


