Das Naturschutzgebiet Neumatt ist eine ökologisch wertvolle Landschaft nördlich der Schweizer Saline Rheinfelden. Mit seinen Weihern, Tümpeln und artenreichen Wiesen gehört es zu den bedeutendsten Schutzgebieten der Region und bildet gemeinsam mit dem angrenzenden Chleigrüt das Herzstück der ökologischen Infrastruktur im unteren Fricktal.
Geschichte
Die Neumatt entstand aus einer ehemaligen Deponie der Saline und wurde 2002 umfassend ökologisch aufgewertet. Seitdem steht das Gebiet unter Schutz. 2023 erfolgte eine Sanierung durch den Kanton Aargau, um die Lebensräume weiter zu verbessern. Historisch bedeutsam ist auch die benachbarte Scheune des heutigen Neumatthofs, in der 1975 die letzte Brut des Steinkauzes in Rheinfelden beringt wurde – danach verschwand die Art aus der Nordwestschweiz.
Lebensräume und Arten
Das Gebiet umfasst neun Weiher und Tümpel, die teils flach ausgehoben sind, um seltene Amphibien wie Kreuzkröte, Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte zu fördern. Auch Laubfrosch, Gartenrotschwanz und Neuntöter profitieren von den vielfältigen Lebensräumen. Die angrenzenden Landwirtschaftsflächen, Wiesen und Gehölze sind wichtige Rückzugsorte für zahlreiche Vögel, Insekten und Kleintiere.
Das Rheinbogen-Gebiet, zu dem die Neumatt gehört, zeichnet sich durch zusammenhängende Naturflächen, Wälder und Felder aus, die nur gering bebaut sind – eine ideale Grundlage für Artenvielfalt.
Zukunft
Ein Ziel der lokalen Natur- und Vogelschutzvereine ist die Rückkehr des Steinkauzes in Rheinfelden. Das Gebiet Chleigrüt–Grossgrüt–Neumatt bietet ideale Bedingungen – vorausgesetzt, der Naturraum bleibt unverbaut. Langfristig soll der Rheinbogen als Beitrag zur ökologischen Infrastruktur der Schweiz anerkannt werden. Dazu braucht es die Zusammenarbeit von Behörden, Landwirten, Grundeigentümern und Naturschutzorganisationen, um diese wertvollen Landschaften zu erhalten und weiter zu entwickeln.


